VL Experimentalität

Audio-Vorlesung von Stephan Porombka im SS2020 an der Universität der Künste

Fünfte Vorlesung: Wann ist ein Experiment ein Experiment

  1. Die experimentelle Aufmerksamkeit richtet sich auf das, was man jetzt gerade gerahmt hat – in der selbstgestalteten Testwelt.
  2. Experimentieren ist auf Neugierde angewiesen / ist von Erfahrungshunger angetrieben. Es aufs Neue anlegen.
  3. Experimentieren heißt eine Erfahrung der Erfahrung zu machen. Echte Experimente etablieren eine Beobachtung zweiter Ordnung.
  4. Wo man Erfahrungen und Erfahrungen der Erfahrungen machen will, muss man räumliche/technische/mediale Rahmen ziehen. Es müssen Testwelten entworfen werden. Es muss protokolliert werden und diese Mitschnittinstrumente müssten gebaut und gestaltet werden. Formate, Formen und Prozesse des Aufnehmens, Mitschreibens und Übersetzens.
  5. Experimente sind Zukunftsmaschienen (Hans-Jörg Rheinberger) bzw. Innovationsmaschiene. Sie operieren in einem Selbstverständnis, in dem die Zukunft noch nicht festgelegt ist.
  6. Ein Experiment ist nur ein Experiment, wenn es durch die Erfahrung der Erfahrung eine Differenz produziert, also eine Unterschied macht, ud diesen Unterschied wieder einspeist. Darum sind die Experimentalsysteme auch "Maschienen"

Siebe Vorlesung: How to increase your Experimentality

  1. Ziehe Rahmen, um Objekte herauszuheben und zu tranformieren und Erfahrunen von Erfahrung machen zu können, die wieder eingespeist werden können.
  2. Experimentalität verlangt danach Rückkopplungsschleifen zu organisieren/gestalten, mt denen die Ergebnisse immer wieder eingespeist werden können. Das entlastet auch vom Druck letzte Sache produzieren zu müssen, denn alles sind Zwischenstände.
  3. Installiere Medien der Beobachtung, des Mitschreibens, des Aufzeichnens, des Übersetzens. Ein Nachdenksystem RoamResearch Oculus Notizbuch So entstehen Xenotexte, die die laufende Gegenwart festhalten mit ihrer Erfahrung festhalten um eine Erfahrung der Erfahrung zu machen.
  4. Die Notiz steht damit nicht mehr außerhalb des Experiments. Man muss dann auch mit dem Notieren und Skizzieren experimentieren. (Sich beim experimentieren mit den Medien beobachten)
  5. Die Medien der Beobachtung/Aufzeichnung/Übersetzung müssen so verknüpft sein, dass Bewegung/Energietaustausch zwischen ihnen entsteht. Aus Xenotext wird Xenotextur.
  6. So begriffen gibt es keinen Unterschied mehr zwischen Primär und Sekundärtext. Die Abschlussarbeit ist nur aus Sicht der Uni mehr wert, aus sicht der experimentellen Produktionslogik nicht.
  7. Genauso verlässt einen die Unterscheidung von Praxs und Theorie, weil Prozess und Reflektion teil des Experimentes sind.
  8. Das Labor/Atelier ist die Xenotextur die gestaltet wird.

Im Kontext wissenschaftlicher Experimente neigt man dazu so zu tun als wüsste man was Zweck und Ziel der Unternehmung ist (was man rausbekommen will). Das künstlerische Experiment betont eher, dass man noch nicht so richtig weiß was Ziel und Aufgabe ist.


Quelle: https://soundcloud.com/stephanporombka


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